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Ortsteil Schwosdorf

Schwosdorf

Das Dorf lag einst an der Hohen Straße und wird vom Schwosdorfer Wasser durchflossen. Dank den umgebenden Bergen ist es von großem landschaftlichem Reiz. Im Ort ist der Vierseithof Nr. 12 mit schöner Hoflinde und altem Schleifstein sowie die Nr. 25 mit granitenem Wassertrog sehenswert. Als Einfriedungen sind Bruchsteinmauern und Stängelzaun bezeichnend. Die Nr. 32 besitzt eine gute Mauer mit Abdeckung und sein Gebäude eine neuere Wetterfahne. Das Wohnhaus Nr. 27 schmückt ebenfalls eine Wetterfahne aus dem Jahre 1859. Im musterhaften Bienenstand des Gastwirtes finden sich auch einige alte Bienenstöcke, von denen der handgeschnitzte Löwe mit Müllerwappen aus dem Jahre 1846 erwähnt werden muss. An der Lutherlinde wurde ein alter Türsturz mit der Jahreszahl 1548 als Denkstein verwendet.
Ein Denkstein mit Husarensäbel und Galgen aus dem Jahre 174S findet sich an der alten Poststraße, einer für einen preußischen Kavalleristen von 1762 auf dem Breitenberg.
An der Straße nach Kamenz steht ein ViertelmeilenPoststein von 1723. Bodenfunde und Hügelgräber gehen in die Mittelbronzezeit zurück Am Südostausgang wurden Scherben eines Münztopfes mit Groschen des 14. Jahrhunderts geborgen.
Das Dorf erhielt sich an Großbäumen vor allem Linden. Eine besonders schöne steht außerhalb an der Kamenzer Straße. In den Feldern am Rinnberg wächst eine prächtige Traubenkirsche. An der Petershainer Grenze haben sich Feldgehölze mit Haselnuss und Vogelkirsche erhalten. Seltenheiten der Wälder sind Weißtanne und Wacholder. Vom Gipfel des Breitenberges und des Walberges bietet sich eine gute Aussicht, und der Besuch der Quelle des Schwosdorfer Wassers und der Butterbergwiesen lohnt sich.
(Quelle: Ronny Böhme)
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Husarenstein

Als im zweiten Schlesischen Kriege im Jahre 1745 ein Regiment preußischer Husaren durch die Gegend
von Kamenz und Königsbrück zog, desertierten drei Husaren dieses Regiments mit Sattel und Zeug.
Einer derselben wurde wieder zurückgebracht; die anderen beiden, deren Sättel man im Busche fand,
kamen mithilfe der Bauern glücklich davon.
Der Unglückliche, ein blutjunger schmucker Bursche, wurde nach kurzem Standrecht bei Schwosdorf an
einem schnell errichteten Galgen gehenkt. Mitleidige Bauern haben ihm an der Stelle seines Todes auf
einer kleinen Erhöhung einen Stein gesetzt, auf dem in rohen Umrissen ein Husarensäbel und die
Jahreszahl 1745 eingehauen ist. Wie man erkennt, sind außerdem die Buchstaben H, V P und ein Galgen
eingemeißelt.

Allgemeine Anmerkung dazu:
Systematische Steinkreuzforschung wird erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts betrieben.

Frühere Veröffentlichungen beruhten weitgehend auf Mutmaßungen und auf den vielfältigen Sagen, die
die geheimnisvollen Steinkreuze umrankten. Besonders um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert
erfanden, weil die Kenntnisse um die Herkunft der Steinkreuze noch recht dürftig waren, manche
Schriftsteller, häufig Dorfschulmeister, rührselige Geschichten, die aber mit den wirklichen Gründen der
Steinkreuzaufstellung nichts gemein haben. Die echte Sage, entstanden aus den nebulösen Erinnerungen
und Überlieferungen der einstigen Gründe, die zur Errichtung von Steinkreuzen führten, gibt zwar kaum
exakt Auskunft darüber, warum ein Kreuz gesetzt wurde. Dennoch handelt es sich bei der echten Sage
um wertvolles überliefertes Volksgut, das die ältesten und bewegendsten Regungen der Volksseele
widerspiegelt. Im Folgenden wurde der Versuch unternommen, speziell die aussagekräftigsten
Steinkreuzsagen der Ober- und der Niederlausitz möglichst umfassend zu sammeln, wie dies in anderen
Regionen in ähnlicher Weise schon geschehen ist (z.B.: W. Saal: Steinkreuzsagen aus Sachsen-Anhalt.
Steinkreuzforschung Monografiereihe Nr. 7, Regensburg 1992). Für die mit den einzelnen Sagen
verknüpften Städte und Gemeinden wurde die alphabetische Reihenfolge gewählt.

(Gernot Dietze Kamenz, im November 2001, Quelle: Kamenzer Geschichtsverein e.V.)
Kamenzer Geschichtsverein e.V.   


"Eisenes Kreuz"


   


Postmeilensäule



Kampf gegen Gesteinsabbau am Wal- und Wüsteberg


   


Jakobs-Pilgerweg - historische Hintergründe und Legenden

Durch Schwosdorf führt der an sich weltweit bekannte Pilgerweg, der in Santiago de Compostela in Nordspanien endet. Wie ist eigentlich dieser Weg entstanden; woher hat er seinen Namen?

Jacobus war der Sohn des galiläischen Fischers Zebedäus und seiner Frau Salome. Zusammen mit seinem Bruder Johannes war er einer der ersten Jünger Jesu. Er folgte im Jahre 44 als erster der Jünger Jesus in den Märtyrertod. Er wurde von König Agrippa vermutlich in Caesaria oder Jerusalem enthauptet.

Nach Jesus´ Kreuzigung verstreuten sich seiner Jünger in alle Welt, um die neue Religion zu verbreiten. Nach einer Überlieferung ist Jacobus Boanerges (= "Sohn des Donners") nach Spanien bzw. die iberische Halbinsel gegangen. Die Bibel schweigt sich dazu aus; nur Überlieferungen aus anderen Schriften außerhalb der Bibel geben zum Leben der Jünger genauere Auskunft, wobei von Wissenschaftlern gegen diese Überlieferung sowohl textkritische als auch historische Einwände vorgebracht werden. Dort heißt es, dass es Jacobus unter Mühen gelungen ist, 9 Iberer zur neuen Religion zu bekehren. Er erhielt in dieser Zeit sogar einmal Besuch von der Jungfrau Maria in Zaragoza. Danach sei Jacobus ins Heilige Land zurückgekehrt, wo er dann hingerichtet wurde.

Die Legende besagt nun, dass nach der Enthauptung von Jacobus sein Leichnam wieder auftauchte, auf dem allerdings der Kopf noch aufsaß. Im Hafen von Jaffa sei ein mit Rittern besetztes steinernes Schiff erschienen, welches die Leiche an Bord nahm. Das Schiff brachte die Leiche innerhalb von sieben Tagen an die spanische Westküste nach Iria Flavia, dem heutigen Padrón in Galicien. Die Leiche wurde auf einem ehemaligen römischen Friedhof im Landesinneren beigesetzt.
Rund 800 Jahre später (812 oder 814) sah ein Einsiedler einen Stern über einem brachliegenden Feld. Sofort wurde an dieser Stelle eine Grabung initiiert, bei der der noch unverweste Leichnam entdeckt wurde. 844 erschien der Heilige Jacobus den spanischen Christen leibhaftig und schwertschwingend. Er übernahm fortan persönlich die Führung des christlichen Heeres gegen die Mauren, die Spanien besetzt hielten. In der Schlacht um Clavijo erschlug er auf einem weißen Pferd reitend Tausende Mohren. Er trägt deswegen heute auch den Namen Santiago Matamoras.
Unter seinem Banner gewann die Christenheit Spanien zurück, verjagte die Mauren aus dem Land, vertrieb die Juden und eroberte Amerika. Er wurde so zu Spaniens Schutzpatron und sein Grab zu einem heiligen Ort Spaniens. Aus dem lateinischen Namen Jacobus wurde altspanisch Iago, aus Sanctus Jacobus wurde Santiago. Für die Entstehung des Namens Compostela gibt es zwei verschiedene Erklärungen. Einmal wird es vom spanischen campo de la estrella (lateinisch campus stellae) = "Feld über dem der Stern erschien" abgeleitet. Eine andere Version leitet den Namen vom lateinischen compost terra, von compostum = Begräbnisstätte ab.

Jacobus soll auch andere Wunder vollbracht haben, nicht nur militärische. Einmal soll er einem Mädchen den Bräutigam wiedergegeben haben, der auf dem Weg zur Hochzeit am Strand von den Wellen ins Meer gespült wurde. Auf Gebete hin ließ Santiago den Mann gesund aus dem Meer steigen; dieser war vollständig mit weißen Muscheln bedeckt. Seitdem ist die Muschel das Symbol für alle Pilger, aber auch für den Pilgerweg selbst.

Im Mittelpunkt des Glaubens standen und stehen drei Orte: Jerusalem wegen der Kreuzigung Christi, Rom als Ort der Gründung der christlichen Kirche durch Petrus und Compostela als Ausgangspunkt der Bekehrung Europas. Alle drei Orte sind im selben Maße heilig und werden als gleichberechtigte Pilgerstätten anerkannt. Die Jerusalempilger wurden auch "Palmer" genannt, da sie mit Palmzweigen heimkehrten. Die Rompilger nannte man "Romeros", während wegen des ungemein schwierigen Weges die Reisenden nach Compostela schlicht "Pilger" genannt wurden.
Der ursprüngliche Ausgangspunkt des Pilgerweges befand sich in Paris an einem Turm an der Tour St. Jaques, am rechten Seineufer unweit von Notredame. Hier trafen sich alle Pilger aus allen europäischen Staaten. Sie trugen das in ganz Europa übliche Pilgerkleid: einen schwarzen Umhang, der als Regenmantel, Sitzkissen oder Decke dienen konnte; einen langen Stab, an dessen einem Ende eine Gurde (eine platte Trageflasche) hing; schwere Sandalen und einen breitkrempigen vorn hochgeschlagenen Filzhut mit drei oder vier Muschelschalen. Vor Beginn des Pilgermarsches wurde "Ich werde die Muschelschale nehmen." ausgesprochen.
Um 1130 schrieb der französische Priester Aymery de Picaud eine Reisebeschreibung zum Pilgerweg. Es war der erste Reiseführer der Welt.
Der St.-Jakobs-Weg beginnt genau genommen erst westlich von Pamplona auf der sechsbogigen Brücke bei Puenta la Reina ("Brücke der Königin"). Erst dort vereinen sich alle verschiedenen "französischen Wege".

Recherche und Text: Maik Weise
   


Aus der Ortschronik von Schwosdorf

Um 933
soll der Sage nach eine blutige Schlacht des Königs Heinrich I. gegen die Wenden am Walberg stattgefunden haben.

1225
Erste urkundliche Erwähnung als Swawesdorf. Es ist anzunehmen, dass Schwaben die Besiedelung des Ortes vornahmen.

1245
Es wird ein Peter von Schwosdorf genannt, Svabisdorf ist Herrensitz.

1263
Der Ort ist mit 16 Scheffel Dezem an die Kirche Kamenz belegt.

1438
Kaiser Albrecht II vergibt Schwozdorff als Lehen.

1532
Der Ort gilt als Zubehör von Pulsnitz.

1580
Das Vorwerk gehört Oberst Hans Wolf von Schönberg und somit zur Herrschaft Pulsnitz.

1604
Der Ort hat etwa 110 Einwohner.

1642
Durch den 30-jährigen Krieg liegen sieben Bauerngüter und vier Fußgänger-Gärten wüst.

1705-1706
Während des Nordischen Krieges hat Schwosdorf Einquartierungen zu erdulden.

1708
Der Ort wird von der jungen Gräfin von Dallwitz, geb. von Schönberg gekauft.

1712
Schwosdorf hat etwa 155 Einwohner.

1723
Ein Viertelmeilenpoststein wird an der Straße nach Kamenz errichtet (Zürner).

1745
Im Zweiten Schlesischen Krieg wird ein Deserteur hingerichtet. Daran erinnert noch heute ein Denkstein mit Husarensäbel und Galgen an der alten Poststraße.

1745
Die Gräfin von Dallwitz verkauft den Ort an ihren Sohn.

1750
Errichtung der Brücke über das Schwosdorfer Wasser am Abzweig nach Petershain

1762
Ein Denkstein für einen preußischen Kavalleristen erinnert an einen Vorfall auf dem Breitenberg.

1775
Graf von Redern (Königsbrück) wird neuer Besitzer.

1790
Der Ort kommt in den Besitz der Gräfin Sophie Eleonore Charlotte zu Stolberg-Stolberg, geb. von Redern.

1819
Als Ortsrichter wird Joh. Gottlieb Johne und als Schankwirt Daniel Miersch erwähnt.

1823
Errichtung einer neuen Schmiede

1828
Die Schenke wird neu erbaut. Erster Besitzer war Schulmann, später Müller. Die Schenke musste aber schon 1832 versteigert werden.

1834
Die Einwohnerzahl beträgt 145.

1835
Es werden 27 Häuser gezählt (Hausnummern).

1857-1859
Peter Eduard Stockmann pachtet die Güter Schwosdorf und Petershain.

1860-1875
Robert Liebmann pachtet Schwosdorf. Ihm folgen die Gutspächter August Nicke (1877-1889) und bis 1900 ein gewisser Böhmer.

1860
Karl Lipzsch besitzt die Schenke. Sie bleibt bis 1938 im Familienbesitz.

1870-1871
Schwosdorf hat zwei Opfer des Deutsch-französischen Krieges zu beklagen.

1871
Eine Zählung ergibt 207 Einwohner.

1880
Der vom Schenkwirt Lipzsch geleitete Steinmetzbetrieb wird erwähnt.

1883
Eine Lutherlinde wird gepflanzt.

1887-1888
Befestigung der Straße nach Brauna

1889
Kauf einer Feuerspritze, die bis 1946 im Dienst bleibt

1890
Schwosdorf hat 198 Einwohner.

1904
Es entsteht ein neuer Betrieb am Spitzberg, der Pflastersteine herstellt.

1908
Die Rittergutsscheune brennt ab und wird wieder aufgebaut.

1914-1918
Dem 1. Weltkrieg fallen sechs Einwohner zum Opfer.

1924
Der Ort erhält Anschluss an die Versorgung mit elektrischem Strom.

1925-1926
Eine Zählung ergibt 211 Einwohner. Das Rittergut umfasst 291 ha.

1933
Das Jugendheim wird durch Spenden in freiwilliger Arbeit gebaut.

1939-1945
Der Zweite Weltkrieg fordert sechs Opfer aus dem Ort. Weiter sind acht ehemalige Einwohner und sechs Vermisste zu beklagen.

1945
Im April flüchten die meisten Einwohner. Durch Minen gibt es Opfer unter Menschen und Tieren.

1945
Edwin Menschner wird Bürgermeister. Ihm folgen Bruno Böhme und Otto Techritz.

1946
Sechs Neubauernstellen entstehen. Der Ort hat 259 Einwohner.

1951
Das 1. Kinderfest findet statt.

1959
Die LPG 10. Jahrestag unter Leitung Günter Johnes wird gegründet. Es folgt ein Jahr später die LPG Grünes Tal, deren Vorsitz Alwin Büttner übernimmt.

1960
Gründung der Sektion Reitsport

1961-1962
Bau der Traktorenhalle

1967
Beide Genossenschaften schließen sich zur LPG Am Walberg zusammen.

1971
Die LPG Am Walberg schließt sich der Braunaer Genossenschaft Ernst Thälmann an.

1972
Am 1. Januar erfolgt die Eingemeindung nach Brauna, das Dorf wird Ortsteil.

1978
Einweihung der Konsum-Verkaufsstelle
In den 80er Jahren wird eine Erdgasleitung durch die Flur Schwosdorf verlegt.

1985
Das 25-jährige Bestehen des Reitsports wird mit einem Reitsportfest gefeiert.

1989
In Eigeninitiative entsteht das Kabelfernsehnetz mit seiner Kopfstation am Bienberg.

1990
Mehrere Firmengründungen erfolgen.
Das Stasi-Objekt wird aufgelöst.

1991
Im Januar, nach einer 20-jährigen Pause, beschließen die Schwosdorfer, das Kinderfest in seiner alten Tradition fortzuführen. Der Kinderfestverein wird ein Jahr später gegründet. Die Traktorenhalle wird als Kulturraum genutzt.

1991
Der erste Fohlenmarkt findet statt.
Die Poststelle wird geschlossen.

1994
Schwosdorf wird am 1. März durch Zusammenschluss im Zuge der Gemeindegebietsreform Ortsteil von Schönteichen.

   


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