Aus der Ortschronik von Rohrbach
1263
Rohrbach hat als Zehntdorf von Kamenz 10 Scheffel Dezem an die Kirche zu liefern. Seine Name ist dem mittelhochdeutschen Ror entlehnt und bedeutet soviel wie Rohr oder Röhricht. Seine Flurform ist die eines Gutsweilers mit Häuserzeile.
1432
Die Herren von Kamenz geben das Dorf einem Lorenz Lask als Lehen. Rohrbach wird Rittersitz.
1455
Niklas Schönbier überlässt seinem Onkel Niklas Faust drei Männer und einige Wiesen.
1481
Die von Lüttichau verkaufen das Dorf an die von Dohna.
1558
Im Dorf gibt es acht Bauern.
1562
Nach dem Tode des Christoph von Dohna überlässt Kaiser Ferdinand I. das Dorf am 12. Mai dem Bernhard von Schönberg auf Reichenau.
1604
Wolf Georg von Schönberg erwirbt das Dorf. Neben dem Rittergut gibt es 14 Bauerngüter.
1606
Rohrbach gilt als steuer- und ritterdienstfreies Gut. Es gibt keine Bauern mehr (Bauernlegen). Die Herrschaft zahlt den gesamten Kirchenzehnt.
1637
Das Dorf wird im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Die Überlebenden fliehen zum Teil nach Schwepnitz. Noch nach 150 Jahren lagen etwa 25 ha wüst.
1648
Herr von Schönberg verlangt nach Beendigung des Krieges vom Freiherrn von Schellendorf auf Königsbrück die Rückführung seiner Untertane.
Eine Magd bringt ihr uneheliches Kind um und wird mit dem Tode bestraft.
1684
Das Vorwerk wird vermutlich in diesem Jahr wieder aufgebaut. Zumindest bekundet das die Wetterfahne, auf der zu lesen ist: WGVS 1684. Die drei Buchstaben stehen für den Namen Wolf Georg von Schönberg.
1759
In einer Urkunde wird erstmals die heutige Schreibweise Rohrbach verwendet.
1775
Reichsgraf Geyer verkauft das Dorf dem Grafen von Redern, Königsbrück
1790
Die Tochter des Grafen von Redern, Sopie Eleonore Charlotte, erhält das Dorf. Rohrbach gehört zu ihrer Mitgift.
1794
Die Gräfin Stolberg lässt sechs Wirtschaften einrichten, da es im Gut an Arbeitskräften mangelt. Bis dahin verrichteten Leute aus Brauna und Schwosdorf die Arbeit.
1813
Auf dem Rückzug der durchziehenden Truppen stirbt ein russischer Kavallerist. Ein Gedenkstein wird errichtet.
1819
Die Errichtung einer Scheune ist noch heute anhand der Inschrift S.C.E.Gr.z.St.geb.Gr.v.R. 1819 nachlesbar.
1834
Im Dorf gibt es 43 Einwohner.
1839
Rohrbach wird am 7. Mai offiziell Ortsteil von Brauna.
1871
39 Einwohner werden gezählt.
1914 - 1918
Der 1. Weltkrieg fordert in Rohrbach ein Opfer.
1928
Durch Blitzschlag brennt die große Scheune des Vorwerkes ab.
1945
Im April flüchten die Einwohner in den Wald. Trotz der Kampflinie am Waldrand gibt es keine Opfer und Schäden. Rohrbach hat zwei Gefallene als Opfer des 2. Weltkrieges zu beklagen.
Der Ort hat 40 Einwohner.
1948 - 1950
Links der Dorfstraße werden zwei Neubauernstellen errichtet.
1950
Die Einwohnerzahl steigt auf 67.
1956
Der grundhafte Ausbau der Dorfstraße wird durch die Firma Hermann Hentschel, Kamenz, ausgeführt.
1960
Die LPG Am Waldesrand (TypI) wird gegründet. Vorsitzender bis 1964 ist Willi Lotzmann. Sein Nachfolger wird Konrad Gersdorf.
1960 - 1967
Elf Bauern sind in drei Genossenschaften tätig: sechs in der LPG des Ortes, einer in der LPG 8. Mai Petershain und vier in der LPG Ernst Thälmann in Brauna.
1967
Die Genossenschaften Rohrbach und Petershain schließen sich zusammen.
1968
In den Wäldern zwischen Brauna und Rohrbach werden Truppen der nationalen Volksarmee (NVA) zum Einmarsch in die CSSR bereitgestellt.
1970
Bau des Feuerlöschteiches
1971
Die LPG Petershain/Rohrbach schließt sich der Braunaer Genossenschaft an.
1978
An der S 100 entsteht eine Bushaltebucht mit Wartehäuschen und geschütztem Gehsteig. Die Straße zum und im Dorf erhält eine Schwarzdecke.
1982
Rohrbach hat 52 Einwohner.
1983
Der Rohrbacher Teich wird entschlammt.
1994
Rohrbach wird am 1. März im Zuge der Gemeindegebietsreform Ortsteil der Gemeinde Schönteichen.
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