Aus der Ortschronik von Petershain
1225
In der ersten urkundlichen Erwähnung wird der Ort Petereshagen genannt. Er ist die Rodungssiedlung eines Peters.
1383
Petershain findet Erwähnung als Petirshayn und 1438 als Petersheim und Peterßhain.
1420
Das Dorf gehört Hanns von Ponickau.
1432
Als Kamenzisches Lehen ist es im Besitze des Nickol Rober.
1438
Kaiser Albrecht II. vergibt Petershain als Lehen.
1490
Das Dorf befindet sich im Besitz derer von Ponickau auf Elstra.
1534
Die Herren von Ponickau verkaufen das Dorf an die von Lüttichau.
1558
Acht Scheffel Dezem werden als Gesamtmasse angegeben.
1570
Vier Rauche (Bauerngüter) werden gezählt.
1624
Das Rittergut wird erstmals erwähnt. Es ist Lehen des Andreas von Schönberg.
1635
Petershain geht „mit Ober- und Niedergerichten und Gerechtigkeiten“ an den Schwiegersohn Rudolf von Bünau über.
1662
Petershain gelangt in den Besitz der Familie von Luttwitz.
1667
Es erfolgt erneut der Verkauf an einen Hans Wolf von Ponickau.
1682
Johann Adam von Schönfeldt auf Wachau, Lieske und Ossling erwirbt das Gut.
1688
Das Urbar gibt zwei Ganzbauern, einen Halbhüfner, elf Gärtner und drei Häusler an.
1695
Durch Allodifizierung des Gutes gehen Grund und Boden in persönliches Eigentum über.
Im 18. Jh.
besuchen Bewohner von Petershain noch den sorbischen Gottesdienst in Kamenz.
1753
Der Königl.-preußische Rittmeister Karl Nikolaus von Rahden ist Herr über Petershain.
Mehrere Vorkommnisse sind dokumentiert. U.a. erfolgte die Landesverweisung der Maria Budißin wegen der angeblichen Tötung ihrer Zwillinge. Auch ein Streit mit Bürgern von Schwosdorf wurde aktenkundig.
1775
Graf von Redern (Königsbrück) kauft das Rittergut von der Familie von Rahden. Das Gut umfasst 153 ha.
1777
Ein besessener (besitzender) Mann, sechs Gärtner, drei Häusler und acht Wüstungen werden angegeben.
1790
Mit der Hochzeit der jüngsten Tochter des Grafen von Redern geht Petershain als Mitgift in ihren Besitz über.
1794
Petershain gelangt an den Schulbezirk Brauna.
1799
Eine Frau aus Häslich wird an der Petershainer Lehmgrube vergewaltigt.
19. Jh.
Anfang des Jahrhunderts wird das Herrenhaus des Gutes abgebrochen.
1821
Es werden noch immer vier Rauche gezählt.
1834
Petershain hat 70 Einwohner.
1857 - 1859
Peter Eduard Stockmann ist Pächter der Güter Petershain und Schwosdorf.
1860 - 1875
Robert Liebmann pachtet diese Güter. Ihm folgt von 1877 bis 1889 August Nicke und anschließend bis 1900 ein gewisser Böhmer.
1910
Der Ort hat 84 Einwohner und 186 ha Fläche. Gemeindevorstand ist Emil Tischer, Gemeindeältester und Ortsrichter Ernst Mütze.
1914 - 1918
Petershain hat im 1. Weltkrieg zwei Opfer zu beklagen.
1925
Die Einwohnerzahl beträgt 98; 1939 sind es 84.
1945
Die Einwohner flüchten Ende April vor den herannahenden Truppen. Im Dorf quartieren sich 500 SS-Leute ein. Es gibt keine Kampfhandlungen.
Am Ende des 2. Weltkrieges beklagen die Einwohner zehn Gefallene. Es gibt 113 Einwohner.
1945 - 1947
Bruno Tischer amtiert als Bürgermeister. Im Rahmen der Bodenreform entsteht eine Verbindungsstraße in Richtung Zigeunerbusch, die im Volksmund Bruno-Tischer-Weg genannt wird.
1947 - 1948
Das Rittergut wird aufgeteilt. Zugleich erfolgt sein Umbau zu Wohnungen und Stallungen für Neusiedler.
1949
Anlässlich der Gründung der DDR wird am Ortseingang die Friedenslinde gepflanzt.
1947 - 1950
Theodor Walter ist Bürgermeister. Ihm folgt von 1950 bis 1956 Heinz Tischer im Amt.
1952
Am 7. August wird die LPG 8. Mai (Typ I) als zweite Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) im Kreis Kamenz gegründet.
1953 - 1954
Ein Teil der Dorfstraße wird gepflastert. Die Arbeiten werden 1958/59 fortgesetzt.
1954
Es gibt 112 Einwohner. Die Fläche des Ortes umfasst 191 ha.
Bau des Kulturhauses
1955 - 1957
Für Petershain und Schwosdorf wird ein Erntekindergarten eingerichtet.
1956
Am 1. Mai findet die Eingemeindung nach Brauna statt.
1960
Errichtung einer Geflügelfarm
1967
Die Genossenschaft vereinigt sich mit der Rohrbacher LPG. 1971 erfolgt der Zusammenschluss mit Brauna
1972
Die obere Verbindungsstraße bis zum Zigeunerbusch wird wieder Ackerland.
1973 - 1974
Ein Teil der Geflügelfarm wird zu einem Kälberaufzuchtstall umfunktioniert.
1983
Der Große Kleinbüchelteich wird erneuert.
1987 - 1988
Gründung des Dorfclubs
Das Kulturhaus wird aus- und eine Sauna wird eingebaut.
1988
An der S 100 entsteht ein Buswartehäuschen. Ein Jahr später erhält diese Straße nach Entfernung des Pflasters eine Schwarzdecke.
1990
Die Broilermast wird aufgegeben. Die Jahresproduktion betrug 117 t.
1994
Am 1. März wird Petershain Ortsteil der neu gegründeten Gemeinde Schönteichen.
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