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Ortsteil Hausdorf

Hausdorf


   


Zur Tradition des Hausdorfer Stoppelreitens

Eingeführt wurde dieser Brauch aus dem Brandenburgischen, als Herr Paul Richter Besitzer des Erbgerichts wurde. Herr Willi Richter, Sohn der Familie, war bereits aktiver Reiter. 1928 regte er die Burschenschaft von Hausdorf an, ein Stoppelrennen zu organisieren. Stoppelrennen war, wie der Name sagt, ein Wettrennen mittels Pferden auf den abgeernteten Getreidefeldern. Die Bauernsöhne und Knechte waren sich zur Durchführung eines derartigen Rennen einig, und so konnte ein Termin im August festgelegt werden.
An jedem freien Sonntag wurde nun die schweren Ackerpferde zum Probereiten angehalten. Jeder wollte beim Rennen gut abschneiden. In der Wettkampfleitung waren Leute wie Herr Max Richter und Herr Grünberg aus Cunnersdorf, von den Hausdorfern wurde Herr Gustav Berger und Herr Paul Richter auserkoren. Die Wettkampfstätte befand sich auf den Flurstücken zwischen Mittel- und Tschitschweg. Der Start erfolgte am Mittelweg und der Zieleinlauf befand sich am Tschitschweg. Dieses Rennen wurde jährlich betrieben. Man kam auch überein, dass Reiter mit aktiven Rennpferden in einem gewissen Abstand von hinten starten mussten.
Zum damaligen Zeitpunkt waren folgende Reitersleute von Hausdorf beteiligt: Die Herren Otto Richter, als Knecht im Gut, Paul Richter, Otto Borgmann, Herbert Starke, Emil Röseberg, Max Zeuschler, Richard Borgmann, Erich Köhler, Paul Wagner, Max Kunath und als aktiver Reiter Herr Willi Richter mit seiner "Spinne". Weiterhin die Herren Sekt-Schöne aus Kamenz und aus Lauta.
1995 wurde das Stoppelreiten wieder eingeführt und findet jährlich am letzten Augustwochende statt. Die Organisatoren lassen sich auch jedes Jahr etwas besonderes einfallen. Kein Stoppelreiten gleicht dem Anderen. So konnten sich die Besucher und Freunde des Pferdesports bei den bereits erfolgten Veranstatungen wie Indianer- und Cowboyfest, Kranzstechen, Wettrennen der "Eisernen Kühe", einer Westernshow und anderen Reiterspielen belustigen. Auch findet jährlich eine Kremserfahrt durch Schönteichen statt.

   


Dorfmuseum Hausdorf

Am 08. Mai 2002 wurde in Hausdorf das Dorfmuseum eröffnet.
Gezeigt werden Geräte, Werkzeuge und Hausrat aus den bäuerlichen Leben aus der Zeit Ende des 19.Jahrhunderts bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts.
Das Museum befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Schlosserei Knösche.

Öffnungszeiten: von Mai - September jeden letzten Sonntag im Monat von 13.00 Uhr - 18.00 Uhr
und nach Vereinbarung unter Telefon 0162 - 6941183


   


Aus der Ortschronik von Hausdorf

1225
Anlässlich der Wiedereinweihung der durch Brand zerstörten Kamenzer Kirche wurde eine Urkunde ausgestellt. Dort wird mitgeteilt, dass 20 Hufen ungerodeter Wald beim Dorfe Bel (Biehla) vorhanden sind. Es ist anzunehmen, dass der Administrator bzw. Lokator Hugo, nach dem auch das spätere Dorf benannt wurde, den Auftrag zur Rodung und Besiedelung des Landes erhielt.

1300
Bereits am Ende des 13. Jh. müssen die Hugisdorph ansässigen Siedler bereits ihren Roggenzehnt und Zins an das Kloster St. Marienstern entrichten.

1308
Dreiundachtzig Jahre nach Beginn der Besiedlung wird Hugisdorph durch die Stadt an den Ritter von Redern verkauft. Das erfolgte gemeinsam mit den Dörfern Zulichsdorf (Sollschwitz), Zalow (Saalau) und Dubrin (Dubring).

1374
Eine Urkunde gibt Aufschluss, welche Bürger namentlich Zins an das Kloster entrichten, z.B. Hollanz, Hannos; Domas, Matei; Supan und Andrei.
Hugisdorph weist einen Zweihüfner (50 ha), 13 Ganzhüfner (je 25ha) und einen Gärtner aus.

1405
Der Ort wird als Havgisdorf bezeichnet. Spätere Namensschreibungen sind 1425 Hawsdorff, 1768 Haußdorf und 1850 Hausdorf.

1525
Der Bürger Renczonis, Jacobz wird Richter in Hawsdorff.

1618 - 1648
Im Dreißigjährigen Krieg errichten die Bürger einen Schutzwall, den Eichenberg.

1635
Die Fluren werden von 20 Gutsfamilien bewirtschaftet.

1717
Seit diesem Jahr kircht Hausdorf nach Kamenz, zinst und zahlt aber an das Kloster.

1826 - 1915
Die Hausdorfer Kinder besuchen die Schule in Cunnersdorf (ehem. Gasthof Wiesner).

Die Hausdorfer Kinder besuchen die Schule in Cunnersdorf (ehem. Gasthof Wiesner).

1835
Es gibt bereits 23 Bauerngüter und sechs Kleinbauern. Ein Hirtenhaus wird eingerichtet.

1855
Hausdorf verzeichnet ein Tötungsverbrechen am Gutsbesitzer Borgmann.

1860
Die Familie Tischer errichtet eine Windmühle.

1865
Es beginnt der Zeitabschnitt der ungewollten und auch der vermutlich gewollten Brände.

1870
Auf Grund der häufigen Brände wird eine zum Gut Nr. 11 gehörende und in Blockbauweise errichtete Scheune mittels 3 Pferdegespannen 100 m vom Dorf entfernt verzogen. Die Scheune wurde 1777 gebaut und stellt heute das älteste Bauwerk dar.

1874
Bau der Staatseisenbahn durch die Hausdorfer Fluren

1879
Amtl. Mitteilungsblatt Kamenz in der Lausitz vom 13.06.1879: Seit 1874 ist dieser Ort (Hdf), ausgenommen voriges Jahr kein Jahr von Bränden verschont geblieben. 11 Gehöfte sind seit der genannten Zeit in Asche gelegt worden.

1896
Das Wohnhaus an der Windmühle wird gebaut. Vom neuen Besitzer, der Familie Rausch, werden eine Bäckerei und ein Kolonialwarengeschäft eingerichtet.

1897
Bau einer Dorfschmiede durch Fam. Gustav Grötschel

1900
Die Gemeinde kauft eine fahrbare Feuerlöschspritze.

1907
Bedingt durch Kirchenneubau in Cunnersdorf wird Hausdorf nach Cunnersdorf eingepfarrt. Dem Kirchspiel gehören auch Biehla und Schönbach an.
Die Familie Stange aus Dresden pachtet die Jagd und baut eine Jagdvilla.

1910
In Cunnersdorf wird eine neue Schule gebaut. Hausdorf gehört dem Schulbezirk an.

1911
Bau der ersten zentralen Wasserleitung

1914 - 1918
Im 1. Weltkrieg sind sechs gefallene Bürger zu beklagen.

1916 - 1924
Im Lehn- und Erbgericht erfolgt durch Fam. Stange der Neubau eines Pferdestalles mit aufgesetzter Turmuhr. Neu errichtet werden auch Rinderstall, Feldscheune und Nebengebäude.

1916
Beim leichtfertigen Umgang mit einer Schusswaffe schießt ein 9-jähriger Knabe seiner Nichte ins Gesicht.

1920
An einem Schrankenwärter der Bahnstrecke Hausdorf Straßgräbchen wird ein Raubmord begangen.

1921
Anschluss an das öffentliche Energienetz

1925
Familie Paul Richter kauft das Erbgericht und lässt eine Gaststätte mit Tanzsaal errichten.

1928
Das erste Stoppelreiten wird durch Herrn Willi Richter organisiert.

1930
Familie Köhler errichtet eine Stellmacherei, Fam. Brauny eine Tischlerei.

Seit 1930
wirken Hausdorfer Bürger im Männerchor von Cunnersdorf mit.

1933
Unter Leitung von Herrn Knösche erfolgt die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Hausdorf.

1936
Durch Achsbruch passiert in der Nähe des Schrankenpostens 279 ein Eisenbahnunglück.

1937
Die Einwohnerstatistik gibt insgesamt 210 Einwohner, darunter neun landwirtschaftliche Betriebe, 27 Bauern und Landwirte, 18 Erbhöfe und vier Handwerker an.

1939 - 1945
55 Männer waren während des 2. Weltkrieg zum Kriegsdienst eingezogen. Davon sind 19 gefallen.
P. Richter ertrank bei der Militärausbildung.
Die Kriegshandlungen im Hausdorfer Raum stehen in Zusammenhang mit der Belagerung von Kamenz. Vier Bürger wurden von den Russen erschossen bzw. wurden von der GPU verschleppt.

1948
Im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) wird ein Haltepunkt der Bahn gebaut.

1951 - 1952
Das Stoppelreiten währt in der Nachkriegszeit nur noch zwei Jahre.

1955 - 1966
Gründerjahre der LPG mit unterschiedlichen Produktionsformen

1955
Die Eröffnung eines Erntekindergartens wird begleitet vom Bau von Spielplätzen.

1956
Gründung der Sparte Kleingärtner (83 Mitglieder einschließlich Biehla)

1958
Gründung der SG Hausdorf, Sektion Gymnastik

1959
Bau einer Schlosserei durch Herrn E. Knösche
Errichtung eines Buswartehäuschen an der Hauptstraße

1963
Neubau der Wasserleitung

1964
Bau und Einweihung des Dorfkonsums, Erweiterung 1978

1966 - 1967
Neubau eines Feuerwehrgerätehauses

1968
Gründung der Sektion Judo in der SG Hausdorf

1969
Verstürzung des verschlammten Dorfteiches und Neubau eines Feuerwehrlöschteiches erfolgen im NAW.
Herr G. Kleber eröffnet einen Installations- und Klempnerbetrieb.
Abschluss der seit 1966 begonnen Meliorationsarbeiten auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen

1981 - 1983
Das erste Hochwasser seit Gedenken in Hausdorf hinterlässt erhebliche Schäden.

1989
Gründung eines Projektierungs- bzw. Ing.-Büros durch Herrn R. Klotsche

1991
Eröffnung einer Transport OHG für Heizöl und Schüttgüter durch die Fam. Weichelt
Inbetriebnahme einer Freien Kfz-Werkstatt durch O. Stange und J. Roch
Gewerbeeröffnung einer Hausschlächterei und eines Getränkestützpunktes durch Fam. Tille

1992
Familie Döschner eröffnet auf dem eigenen Grundstück einen Getränkemarkt. 1995 geht durch Vereinigung die Getränkeunion OHG Döschner & Rauer hervor.

1993
Gründung einer Firma für Markisen, Rollladen, Fenster und Türen durch die Herren R. Köhler und E. Kubin

1994
Durch den Beitritt zur Großgemeinde Schönteichen im Zuge der Gemeindegebietsreform wird Hausdorf zum Ortsteil.

   


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