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Ortsteil Biehla

Froschlauf durch die Biehlaer Nacht - das Lauferlebnis nach Sonnenuntergang

Ein herzliches Willkommen an alle Läufer und Läuferinnen, wenn es jährlich heißt: " ..... nun sei kein Frosch! Und starte auch mal freitags nach Sonnenuntergang zum
Froschlauf um viele geräuschvolle Teiche in Biehla bei Kamenz."

Schöne Teiche, sieben Storchennester - vor allem weite Teile unberührter Natur - machen den besonderen Reiz dieses Landstriches aus. So wurde das Teichgebiet Biehla-Weißig unter Naturschutz gestellt. Der SV Biehla/Cunnersdorf hat mit Unterstützung der Vereine aus Biehla ein Lauferlebnis der besonderen Art geschaffen, das Läufer, Walker, Wanderer, Gäste und Einheimische gleichermaßen anspricht.

Der Veranstalter verspricht durch Abwechslung von herrlicher Natur und toller Stimmung Erlebnis pur, welches Sie nicht so schnell vergessen werden. Nach dem Lauf (ab 24.00 Uhr) treffen sich nochmals alle Sportbegeisterten und Tanzfreudigen zur Froschparty, um gemeinsam bis zum Morgengrauen zu feiern.

Schirmherr: Herr Maik Weise,
Bürgermeister der Gemeinde
Schönteichen
Veranstalter: Gemeinde Schönteichen
Ausrichter: SV Biehla/Cunnersdorf
Start und Ziel: Sportplatz Biehla bei Kamenz

Meldeanschrift: Jens Dzikowski / Gesamtleiter
Cunnersdorfer Str. 31 a
01824 Gohrisch
Telefon: 035021/60323
Fax: 035021/59539


www.froschlauf.de


weitere Infos: Frank Nitsche
Nordstr. 11 / OT Biehla
01920 Schönteichen
Telefon: 03578/302484

Strecke:
feste, meist flache Waldwege, teils Asphalt im Biehlaer Teichgebiet

Wettkampfbestimmungen:
Der 3.Froschlauf durch die Biehlaer Nacht wird nach den Bestimmungen des Deutschen Leichtathletik Verbandes ( DLV) veranstaltet.
 
Auszeichnungen(Siegerehrungen):
- Krönung der Froschkönigin und des Froschkönigs (Gesamtsieger bei den Frauen und Männern im 9,6 km Lauf)
- Ehrungen als Froschlurch - Siegerin und Sieger in allen Altersklassen im 9,6 km Lauf
- Ehrung der Plätze 1 bis 3 in den Schülerklassen über 2,0 km in allen Altersklassen
- Jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde mit seiner Zeit und Platzierung. Diese sind am Wettkampftag abzuholen.

Sonderwertungen:
Auszeichnung mit dem Ehrenfrosch des Bürgermeisters der Gemeinde Schönteichen für die schnellste Teilnehmerin und den schnellsten Teilnehmer aus der Gemeinde Schönteichen über den 9,6 km Lauf (Wohnort maßgebend).

Unsere Leistungen:
- Meldebestätigung für Online- und Faxanmelder
- freier Eintritt zur Froschparty für alle Teilnehmer und Angehörige
- kostenloser Massagedienst
- offizieller Fotodienst, Live-Bilder von der Strecke
- Getränke und Obst an Strecke und Ziel
- abwechslungsreiches Rahmenprogramm im Start- und Zielbereich
- Parkmöglichkeiten
- T- Shirt-Verkauf
- Infostände
- Umkleide- und Duschmöglichkeiten
- kostenlose Übernachtung im eigenen Zelt
- Bäcker weckt Sie am darauffolgenden Tag ab 7.30 Uhr mit frischen Brötchen; großes Frühstücksbuffet des SV Biehla/Cunnersdorf (gegen Bezahlung)


www.froschlauf.de    Veranstaltungskalender


Sumpfschanze Biehla

Abgeschieden zwischen den stillen Fischteichen, Mooren und Wäldern der heutigen Gemeinde Schönteichen liegt die hervorragend erhaltene Sumpfschanze von Biehla. Im 19. Jahrhundert wird der Sumpfwall auf Karten festgehalten, ohne als vorgeschichtliche Befestigung erkannt zu sein. Um 1910 werden Teile des Walles von Bauern zur Trockenlegung ihrer Äcker "abgefahren". Erst 1934 wird die Anlage als prähistorische Befestigung eingeordnet und unter Schutz gestellt. 1938 wurde dennoch ein Drainagegraben durch die Anlage geführt, gut erhaltene Hölzer und eisenzeitliche Keramik, der erste Anhalt für die Datierung der Befestigung, wurden bei einer kleinen Rettungsgrabung gesichert.

Weitere nicht genehmigte Drainagearbeiten in den 70iger Jahren beschädigten die Anlage -wie wir heute wissen- schwer, denn die bis dahin erhaltenen Hölzer fingen an zu verrotten. Bis in die jüngste Zeit wurde zudem das Innere der Anlage mit schweren Maschinen gemäht, um den naturgeschützten Zustand der Feuchtwiese zu bewahren. Dies führte zu einer zerstörerischen Verdichtung der Fundschichten. Diese Mahd war mit einer für die Holzbefunde gefährlichen Austrocknung der Wiese verbunden. Denkmalpflegerisch erforderlich war deshalb eine dringende Überprüfung und Sicherung des Erhaltungszustandes von Baubefunden und archäologischer Substanz.

Der dringenden denkmalpflegerischen Notwendigkeit konnte im Jahr 2000 mit einer ersten bestandserfassenden wissenschaftlichen Grabung nachgekommen werden, die auf Anregung der Landesarchäologin, Frau Dr. J. Oexle, als Bestandteil eines deutsch-polnischen Kooperationsprojektes durchgeführt wurde. Vom 10. Juli bis zum 30. September 2000 fand eine Gemeinschaftsgrabung zwischen dem Landesamt für Archäologie unter Leitung von Dr. Harald Meller (Grabungstechniker Gunar Seifert und Mitarbeit von Arbeitern aus der Gemeinde Biehla/Schönteichen) und der Katholischen Universität Warschau unter der Leitung von Dr. Zbigniew Kobylinski (Assistent Darius Wach), sowie Studenten der Warschauer Universität statt. Eine zweite Kampagne wurde von Anfang Juli bis Ende August des Jahres 2001 unter der Leitung von Dr. Wolfgang Ender und Dr. Zbigniew Kobylinski durchgeführt. Diese Grabung wurde von der Gemeinde Schönteichen gefördert. Das Arbeitsamt Kamenz unterstützte die Arbeiten zur Untersuchung und Sicherung der Anlage seit Frühjahr 2001 mit einer AB-Maßnahme.

Überraschend große Mengen an Keramikfunden und Reste von Haus- und Wallkonstruktionen, sowie erste Spuren einer gewaltsamen Zerstörung machen diese Grabung zu einer Sensation. Die Qualität der Erhaltungsbedingungen dieser früheisenzeitlichen Siedlung ist einmalig in Deutschland. Die bisher gefundenen, verkohlten Balken und im feuchten Boden erhalten gebliebenen Hölzer ermöglichen eine absolute Datierung um 620 v. Chr. Diese Daten werden sowohl die Geschichte dieser Burg historisch fassbar machen, wie sie es auch erlauben, die Hinterlassenschaften der Bewohner zeitlich zu bestimmen und so andere Plätze auch ohne Holz zu datieren. Biehla wird so zum Dreh- und Angelpunkt der Datierung der frühen Eisenzeit Ostsachsens und des angrenzenden Südwestpolens.

Ferner hat die Untersuchung gezeigt, dass trotz einer fast 100jährigen Zerstörungs- und Trockenlegungsgeschichte in Biehla sehr wertvolle organische Reste, darunter Holz in Originallage, erhalten geblieben sind. Wenige prähistorische Fundorte in Deutschland sind in dieser Qualität erhalten. Eine Botanikerin aus Warschau, Frau Katarzyna Trochimiuk, ist dabei, die in den Brandschichten erhaltenen botanischen Reste zu untersuchen. Neben Getreidekörnern (Weizen) und Pflaumensteinen sind viele Sumpfpflanzensamen erhalten geblieben, die es uns ermöglichen, die Umwelt der damaligen Zeit zu erörtern. Denkmalpflegerische Maßnahmen zur Erhaltung dieses Denkmals und zur Verhinderung weiterer Austrocknung müssen vorgeschlagen und realisiert werden.

Perspektiven: Neben der Veröffentlichung der wissenschaftlich sensationellen Ergebnisse sollen geeignete Maßnahmen zur Erhaltung dieses wichtigen Denkmals ergriffen werden. Im Rahmen des Burgenprojekts werden zudem ähnliche Befestigungen in Ostsachsen und Südwestpolen untersucht.
Sumpfburgen sind ein typisches Phänomen der älteren Eisenzeit Ostmitteleuropas. Die bislang umfangreichsten Grabungen fanden seit 1933 in der Befestigung von Biskupin in Zentralpolen statt. Fast die Hälfte dieser vorzüglich im Grundwasser erhaltenen Sumpfschanze wurde von polnischen Wissenschaftlern ergraben. Die annähernd kreisförmige Anlage war mit einem Holzkastenwerk gesichert, dem seeseitig hölzerne Wellenbrecher vorgelagert waren. Überraschend, weil für vorgeschichtliche Siedlungen untypisch, war die dicht gedrängte, aber einheitlich geplante Innenbebauung parallel gerichteter langer Blockbauten, die reihenhausartig in "Zweiraumwohnungen" mit je einer Herdstelle unterteilt sind. Wirtschaftsflächen oder Stallungen konnten, abweichend vom gewohnten prähistorischen Siedelschema, nicht entdeckt werden. Ob es sich bei der Anlage von Biskupin um eine militärisch geprägte Zentralsiedlung als Antwort auf eine Bedrohung von außen handelt oder ob wirtschaftliche Gründe die Errichtung eng bebauter Befestigungen erforderten, ist ungeklärt.

Um diese Fragen zu beantworten, wurde im Jahre 2001 das Projekt auf andere Burgen ausgeweitet. Das Landesamt für Archäologie Sachsen hat unter der Leitung von Dr. Wolfgang Ender in den Burgen Brohna und Niederneuendorf in der Oberlausitz Sondagen gemacht, wobei in Niederneuendorf Holz für dendrochronologische Bestimmungen erhalten geblieben ist. Auf polnischer Seite konnte mit großzügiger Unterstützung der Denkmalpflge in Zielona Gora Dr. Zbigniew Kobylinski eine Rettungsgrabung in der bedeutenden hallstattzeitlichen Befestigung Starosiedle bei Gubin durchführen. Ferner konnten Dr. Krzysztof Misiewicz und Dr. Louis Nebelsick im nahe gelegenen Witaszkovo / Vettersfelde (jetzt Kozow) die Fundumstände eines skythischen Goldschatzes überprüfen, der Ende des 19. Jahrhunderts ohne nähere Beobachtungen geborgen wurde.
In beiden Fällen wurden bedeutende Ergebnisse erzielt. In Starosiedle wurde der von Karl Schuchart erstellte und bis heute als typisches Siedlungsmuster angesehene Plan der Innenbebauung deutlich revidiert. In Witaszkovo wurde nachgewiesen, dass die Deponierung des Goldschatzes im Rahmen einer autochthonen Siedlung oder eines Heiligtums vorgenommen wurde.

Autoren: Dr. Wolfgang Ender, Dr. Zbigniew Kobylinski, Dr. Louis Nebelsick

Sächsisches Landesamt für Archäologie   


Park Biehla


   


Rittergut Biehla

Der Reiz liegt im Verborgenen

In Biehla, an der Landstraße zwischen Kamenz und Bernsdorf, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Natürlich nicht wirklich, aber mit ein wenig Phantasie glaubt man sich doch in die gute alte Zeit zurückversetzt, als das schöne Schloss noch existierte. Heute macht alles einen recht verwahrlosten Eindruck. Aber irgendwie übt dieser Platz trotz des blätternden Putzes und des meterhohen Unkrautes eine gewisse Faszination aus.
Die Geschichte des einstmals stattlichen Anwesens reicht weit zurück. Tief unter der Erde schlummern die Reste einer frühdeutschen Wasserburg. Im Jahre 1661 errichtete der Gutsherr Hans Wolf von Ponickau an dieser Stelle ein Herrenhaus. Es soll ein schlichter Bau gewesen sein. Das Erdgeschoss massiv, das Obergeschoss in Fachwerk mit Winkeldach. Auf dessen Grundmauern ließ der spätere Eigentümer Theodor Heinrich Reich, dessen Initialen im ehemaligen Hoftor zum Park noch heute an ihn erinnern, zwischen 1871 und 1873 ein neues Schloss im italienischen Renaissance-Stil bauen. Von all dem hat jedoch nichts die Jahre überdauert.
Aber das ebenfalls im 17. Jahrhundert vom Bruder des ehemaligen Schlossherren Ponickau geschaffene Herrenhaus, ein massives Gebäude mit Walmdach mit seiner Wetterfahne von 1677, hat der Zeit die Stirn geboten. Genau wie die Überreste der früheren Schapsbrennerei, deren Schornstein noch wie ehemals in den Himmel ragt und von all den Veränderungen nichts mitzubekommen scheint.
Ein ganz besonderes Kleinod ist das Gartenhaus. Es wurde im klassizistischen Stil wieder ausgebaut. Zwar scheint es schon bessere Zeiten erlebt zu haben, das Holz brüchig und unansehnlich. Für jede romantische Natur ist es aber immer noch eine Augenweide. Vielleicht hat hier einmal die feine Gesellschaft an einem heißen Sommertag zum Tee geladen.

Warum allerdings das Schloss nicht gerettet werden konnte, bleibt fraglich. Es wurde 1945 einfach abgerissen. Befragt man Einwohner des Ortes, die das Rittergut noch aus der damaligen Zeit kennen, bekommt man als Erklärung meist nur hochgezogene Schultern. Das kann nur eins bedeuten: Es war sinnlos, denn das Schloss blieb vor einer Zerstörung durch beide Weltkriege verschont. Nach Kriegsende wurden die Besitzer enteignet. Und das herrschaftliche Anwesen zu Baumaterial. Daraus entstanden Wohnungen, Ställe und Scheunen.
Auch wenn die Lage damals prekär war, aus heutiger Sicht ist das eine unheimliche Kurzsichtigkeit und Fehlentscheidung.
Die Geschichte des Rittergutes verlief seit vielen Jahrhunderten äußerst wechselvoll. Und auch nach der Wende ging es so weiter. Den erhaltenen Teil erwirbt ein Interessent aus den Altbundesländern, der bereits den damaligen Konsum für gewerbliche Zwecke nutzte. Er hat ein schlüssiges Konzept, aber die Gemeinde sieht keinen Pfennig. Der Kaufvertrag wird aufgelöst. Ein neuer Investor meldet sich, will es in schicke Wohnungen verwandeln. Aber ein Rechtsstreit lässt auch diesen Traum platzen.
Im Frühjahr 1994 dann soll es endlich bergauf gehen. Franz Matschiner aus Pettendorf stellt sich vor, das Rittergut in einen Reiterhof zu verwandeln. Der Standort scheint ihm wie geschaffen für sein Konzept: "Urlaub auf dem Bauernhof". Auch an Gastronomie denkt er, will zusätzlich Pferdekoppeln in der Nähe pachten. Der angrenzende ehemalige Kuhstall soll zum Pferdestall umgebaut werden. So geht das Areal von mehr als 4.000 Quadratmetern für reichlich 50.000 Mark an den bayrischen Interessenten. Er begann daraufhin mit der Sanierung und brachte es in einen bewohnbaren Zustand. Das Herrenhaus erhält neue Fenster und eine Heizung. Die Elektrik und Wasserleitung wird erneuert, schadhafte Stellen im Dach ausgebessert und die Fassade zum Teil neu verputzt. Nur an der Ecke von Rück- und Giebelseite ist noch ein kleiner Teil des alten Gemäuers sichtbar. Erinnerung an bessere Zeiten. Seit 1996 ist es wieder ruhig geworden auf und um das Rittergut in Biehla. Herr Matschiner hat sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen. Wie es weitergeht, ist ungewiss.
Text: S. Gruhlke
Quelle: Mitteilungsblatt Nr. 33/01 vom 18.08.2001
   


Aus der Ortschronik von Biehla

1225
Erstmalig wird Biehla als Bel (aus altsorb. = weiß, hell) in der am 19.05.1225 verfertigten Urkunde anlässlich der Weihe der wieder aufgebauten Kamenzer Pfarrkirche erwähnt.
Biehla ist Besitz von Vasallen der Herren von Kamenz.

1374-1382
Im Zinsregister des Klosters Marienstern wird die Größe der Dorfflur von Biehla mit 19 Hufen angegeben. 23 Bauernstellen bestehen.

1396
Die Ortsbezeichnung lautet Bele. Sie ändert sich im Laufe der Jahre mehrfach.

1438
Biele ist Rittersitz mit Herrenhaus, das demzufolge schon zuvor erbaut worden sein muss. Lehnsträger ist ein Herr von Bloschdorf.

12.04.1452
Hasche Bloschdorf zu Bele gesessen erklärt, vom Rat der Stadt Meißen 124 Florin 12 Groschen rückständigen Sold ausgezahlt zu bekommen, den Herzog Friedrich von Sachsen ihm schuldete.

1466
Biehla wird wieder als Rittersitz erwähnt. Ein Jahr später wird Bela als Rittersitz eines Hasche von Bloschdorf geführt.

1506
Hans von Krakow wird als Besitzer von Biehla erwähnt.

04.10.1524
Hans von Grünrode auf Brauna verkauft sein Dorf Biehla an die Stadt Kamenz und erhält dafür 2000 Meißnische Gulden und das Gehölz, die Ohle genannt, bei Brauna.

1547
Durch den Pönfall verliert die Stadt Kamenz Biehla. Bele wird an Christoph von Carlowitz weitergegeben.
Im Ort gibt es 23 besessene Mann (Bauernstellen).
Biehla ist nach Kamenz eingepfarrt.

1551
Christoph von Carlowitz tritt Biehla wieder an die Stadt Kamenz ab.

1585
Die Pest wütet im Raum Kamenz.

1616
Zwischen 1616 und 1625 gelangt Biehla mit seinem Rittergut zu dem großen Besitzkomplex der Familie von Ponickau auf Döbra, dem es etwa 100 Jahre grundherrschaftlich untersteht. Dieser Zeitraum ist gekennzeichnet durch verstärktes Bauernlegen, das Einziehen von bäuerlichem Grund und Boden und übermäßiger Bedrückung der Bauern.

1621
Ein Beschwerdebrief der Untertanen an den sächsischen Kurfürsten bleibt erfolglos. Während des Dreißigjährigen Krieges ziehen die Gutsbesitzer weitere Hufengüter an sich und die Bauern verlieren immer mehr Besitzrechte.

1624
Biehla wird als Rittergut geführt, ebenso 1777 und 1858.

1625
Hans Otto v. Ponickau übernimmt nach dem Tod des Vaters Hansen d. J. von Ponickau (verheiratet mit Johanna Magdalena geb. von Carlowitz) das Rittergut Biehla.

1642
Anna Magdalena geb. von Luttitz, in zweiter Ehe vermählt mit Esaias I von Luttitz auf Baselitz und Milstrich, kauft von Gläubigern ihres ersten Mannes, Hans Otto von Ponickau auf Döbra, das Gut Biehla.

1647
Nach ihrem Tod geht Biehla in das Erbe ihrer vier Söhne (zwei aus erster, zwei aus zweiter Ehe).

1657
Durch einen Vergleich erwirkt ihr zweiter Sohn aus erster Ehe, Hans Wolf d. Ä. v. Ponickau, das Gut Biehla.

1661
Hans Wolf von Ponickau lässt ein neues Herrenhaus errichten. Die Grundmauern dieses Gebäudes stehen auf den Resten einer frühdeutschen Wasserburg.
Nach dem Tod des Hans Wolf d.Ä. geht Biehla als Lehen an die Söhne Hans Wolf d.J. und Hans Adolf.

17. Jh.
Die Brüder Hans Wolf d. J. und Hans Adolf lassen gegen Ende des Jahrhunderts ein zweites Herrenhaus errichten. Es ist ein schlichter Bau mit Obergeschoss und hohem, steilem Walmdach mit fünf Ochsenaugen. Das Innere ist einfach gehalten.

1692
Hans Adolf verkauft seine Anteile an den Bruder.

1706
Nach dem Tod von Hans Wolf d. J. fällt der Besitz wieder an Hans Adolf zurück. Er verkauft im selben Jahr alles an Johann Adolf v. Ponickau auf Milkel.

1723
Hans Bastian von Zehmen auf Weißendorf erwirbt das Gut für 20.623 Taler und 17 Groschen.

1725
Hans Bastian von Zehmen lässt eine Glocke gießen, die im Türmchen des zweiten Herrenhauses aufgehängt wird und mit einer Inschrift verziert ist.

1728
Ludwig Gustaw von Carlowitz erwirbt das Rittergut für 23.000Taler.

23.01.1741
Karl Gustav v. C. verkauft das Gut Biehla für 23.150 Taler Kauf- und 100 Spezies (= Dukaten) Schlüsselgeld an seinen Schwager Ernst Gottlieb von Jeschki.

28.11.1744
Der Käufer erhält erst nach langer Zeit den Lehnbrief über das Rittergut.

1759
Auf einer Karte von Schenk ist eine Windmühle verzeichnet, die in herrschaftlichem Besitz war. Ihr Verbleib nach 1850 ist nicht nachvollziehbar.

05.01.1767
Gottlob von Jeschki, der Sohn von Ernst Gottlieb v. Jeschki, übernimmt das väterliche Gut, das er für 23.000 Taler vom Vater gekauft hat.

16.05.1768
Er vermählt sich mit Charlotte Margarethe Wilhelmine von Warnsdorf a.d.H. Rodewitz bei Hochkirch († 1803).

1777
In den Zinsregistern des Klosters St. Marienstern werden nur noch 12 besessene Mann (Bauern), davon sieben Lassiten, acht Gärtner, zehn Häusler und eine Wüstung verzeichnet.
Biehla gehört zum Bautzener Kreis.

1800
Gottlob v. Jeschki verstirbt durch Schlag (vom Schlage getroffen) auf der Fahrt nach Bautzen zum Landtag.
Von seinen 15 Kindern überleben zehn (acht Söhne / zwei Töchter). Das Rittergut gehört zur Hälfte Sohn Heinrich Gottlieb Erdmann von Walter-Jeschki und Wolf Friedrich von Walter-Jeschki.

1813
Kosaken liegen in den Wäldern hinter Biehla auf Weißiger Flur.

11.09.1813
Auf Biehlaer Gebiet kommt es zu Kampfhandlungen zwischen den Württembergern und Franzosen, die in Kamenz Quartier bezogen hatten und den Donkosaken.

1818
Auf einer Fläche von 200 Quadratschritten werden 30 bis 40 Grabhügel der Lausitzer Kultur eingeebnet. Die Einebnung erfolgte im Zusammenhang mit der Umwandlung von Wald in Ackerland.

10.02.1824
Am Abend entsteht ein Brand in dem Häuslerwohnhaus des Christoph Roberten.

1827
Der Artillerie-Premierleutnant Moritz Carl Friedrich von Walter ernennt Moritz Gotthelf von Jeschki zum Universalerben nach seinem Tod unter der Bedingung, dass er seinen Namen von Walter für sich und seine männlichen Abkömmlinge mit dem Namen von Jeschki vereinigt.

1834
Für Biehla werden 181 Einwohner verzeichnet.

1843
Biehla gehört zum Landgerichtsbezirk Bautzen.

1844 - 1846
Der Atlas von Oberreit weist bereits die Häuser am Teufelsbruch als Neubiehla aus. Sie werden heute „Anbau“ genannt.

1856
Biehla gehört zum Gerichtsamt Kamenz.

1860
Nur wenige Monate nach einander, im Februar und im Juli, versterben die Gebrüder von Jeschki.
Nach dem Tod von Wolf Friedrich von Walter-Jeschki erben der königl. Preußische Major Gustav Adolph von Ludewig und der Kaufmann Theodor Reich in Dresden das Gut Biehla zur ideellen Hälfte.

1863
Die Schule in Biehla wird errichtet und 1901 erweitert.

1866
Eine Feuersbrunst legt in wenigen Minuten sieben Gehöfte in Schutt und Asche.

1870
Eine Feuersbrunst legt in wenigen Minuten sieben Gehöfte in Schutt und Asche.

1871 - 1873
Unter Theodor Heinrich Reich wird auf den Grundmauern des Alten (1661) ein neues Herrenhaus im Stil der italienischen Renaissance erbaut.

1871
Biehla zählt 278 Einwohner.

1875
Biehla gehört zur Amtshauptmannschaft Kamenz.

01.02.1885
Die Biehlaer Feuerwehr wird als Spritzenmannschaft gebildet.

1886
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Biehla

1891
Es gibt 265 Einwohner. Während 1885 unter den Bewohnern noch 67 Sorben ermittelt werden konnten, sind es 1900 nur noch 34.

1900
Die Geländeflur umfasst 753 ha.

1907
Mit dem Kirchenbau in Cunnersdorf wechselt Biehla zum Kirchenspiel Cunnersdorf über.

1914 - 1918
Im Ersten Weltkrieg sind unter der Bevölkerung mehrere Opfer zu beklagen.

1919
Erste Gespräche zur Versorgung der Gemeinde Biehla und des Rittergutes mit elektrischem Strom werden geführt.

1922
Mit den Stadtwerken in Bautzen wird ein Vertrag über die Errichtung und den Betrieb einer elektrischen Licht- und Kraftverteilungsanlage geschlossen.

1923
Der Gastwirt Alwin Steinborn erhält die Schankerlaubnis.
Der Inspektor des Gutes bewohnt das zweite Herrenhaus.
Der Grauwackeabbau am Teufelsbruch erfolgt durch die Firma Weiland aus Liebenwerda.

1925
Die Einwohnerzahl ist auf 289 gesunken
Die Gebrüder Reich sind Rittergutsbesitzer.

1930
Die erste Poststelle des Dorfes wird in der Bäckerei Vogel eingerichtet. Ab 1967 unterhält Frau Bergmann die Poststelle.

1934
Der Auftrag wird erteilt, den Ortsteil Anbau an das Energienetz anzuschließen.
Am Burgwall (Biehlaer Großteich) werden Eisenluppen und Tonscherben gefunden. Die Funde kennzeichnen die Anlage als idyllische Sumpfburg aus der Bronzezeit. Der Sumpfringwall wurde unter Naturschutz gestellt, um eine weitere Abtragung und Zerstörung des Dammes zu verhindern.

1938
Biehla zählt 330 Einwohner.

1939
Der verbleibende Rest des Teufelsberges steht als geologisches Naturdenkmal unter Schutz.

1945
Kriegsende.
Der Zweite Weltkrieg hinterlässt seine Spuren. Umsiedler und Flüchtlinge werden im zweiten Herrenhaus untergebracht. Nur der Wohnraumknappheit jener Zeit ist es zu verdanken, dass das Gebäude erhalten blieb. Das Schloss wird abgerissen. Die Ländereien werden im Zuge der Bodenreform aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt mit Kommandanturüberwachung.

15.10.1945
Herr Zschech ist Gemeindevorsteher.
90 Umsiedler und Evakuierte müssen im Dorf untergebracht werden.

1946
Die Einwohnerzahl ist auf 473 gestiegen.

1947
Ortsrichter wird Richard Richter, sein Stellvertreter Arno Förster

1948
Währungsreform

1953
Die Schule wird Teilschule des Schulkombinates Cunnersdorf.

1958
Gründung der LPG Typ I.

1968
Der Sportverein SV Biehla/Cunnersdorf wird gegründet.

1969
Mit dem Bau des Sportplatzes wird begonnen. In den späteren Jahren folgen mehrere Erweiterungen.

1970
An der Nordstraße werden zwei Wohnblöcke errichtet.

1971
Die LPG Am Lindenberg wird Genossenschaft Typ III.

1972
Die Gemeinde beginnt mit dem Bau eines Mehrzweckgebäudes, das auch einen Kindergarten beherbergen wird.
Die LPG schließt sich mit der LPG in Bernbruch zur LPG Philip Müller Bernbruch III zusammen.
Der Bau des Mehrzweckgebäudes wird abgeschlossen. Seine Errichtung erfolgte im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW). Im Gebäude werden neben dem Kindergarten auch der Rat der Gemeinde und eine KONSUM-Verkaufsstelle untergebracht.

1974
Das erste Stück der Panzerstraße wird gepflastert. (Ecke Kamenzer Str./Schulstraße).
Es erfolgt die Übergabe des neuen Feuerwehrgerätehauses.
Die Gaststätte an der Kamenzer Straße wird bis 1980 von der Familie Penner geführt.

1975
Biehla feiert die 750-jährige Wiederkehr seiner Ersterwähnung. Der ganze Ort ist im Vorbereitungsfieber. Ein Festumzug ist der Höhepunkt der Feierlichkeiten.

1976
Im Mehrzweckgebäude wird eine Gesundheitsstube eingerichtet.

1978
Die Lindenstraße wird mit Granitsteinen gepflastert.

1980
Die LPG schließt sich der LPG in Brauna an.
Das Schulgebäude wird künftig nur noch für Belegungen durch Ferienlager genutzt.

1986
Die Kegelbahn wird feierlich zur Nutzung übergeben.

1988
Biehla hat 477 Einwohner.

1990
Im Jahr der politischen Wende finden die ersten freien und demokratischen Wahlen nach 1945 statt. Nach der Kommunalwahl ist Gerold Große Bürgermeister von Biehla. Frau Margot Sarink scheidet nach 25 Jahren aus dem Dienst.

01.07.1990
Währungsumstellung

03.10.1990
Tag der Deutschen Einheit

1990 - 1991
Die Trinkwasserleitung zum Anbau und Teufelsberg wird verlegt.

1991
Dipl.-Stomat. Harald Hein eröffnet seine Zahnarztpraxis im ehemaligen Schulgebäude.

07.05.1992
Die Rekonstruktion des alten Badehauses ist beendet. Das Badehaus wird wieder am alten Standort am Biehlaer Großteich aufgestellt.

1992
Schließungen von Poststelle, Bäckerei und Konsum bringen erhebliche Veränderungen besonders bei den älteren Bürgern und bei jenen, die kein eigenes Fahrzeug besitzen.
Die Fahrschule Herrmann eröffnet ihre Firma in Biehla. Die Firma Särve führt den ersten Spatenstich zu ihrem neuen Firmengebäude auf dem Gewerbegebiet am Siedlungsweg aus.
Die Straße Siedlungsweg ist fertig gestellt. Der Parkplatz an der Schulstraße entsteht.

01.01.1993
Es werden neue Postleitzahlen eingeführt. Nachdem aus 8291durch Zusatz eines O für Ost im Jahre 1990 O-8291 geworden ist, werden nun bundesweit neue Postleitzahlen vergeben. Biehla erhält die Zahl 01920.
Die Pumpstation am Maulbeerweg, die der Druckerhöhung dient, wird in Betrieb genommen.
Mit dem Abriss der alten Tabakhalle wird der erste Schritt für das geplante Wohngebiet Am Schiedler Weg vollzogen.

1994
Die Kreisgebietsreform bringt große Veränderungen. Um eine eventuelle Eingemeindung zur Stadt Kamenz zu verhindern, schließen sich die Dörfer Biehla, Brauna, Cunnersdorf, Hausdorf, Liebenau, Rohrbach, Petershain, Schönbach und Schwosdorf zusammen und tragen den gemeinsamen Namen Schönteichen. Die früher teilweise noch selbständigen Orte werden Ortsteile.

   


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